Das Japanische Meteorologische Amt gab bekannt, dass sich am 28. Juli um 16:27 Uhr ein Erdbeben der Stärke 7,1 in der Nähe der Präfektur Kumamoto ereignete, mit einer maximalen Erschütterungsintensität der Stufe 7.
Die Präfektur Kumamoto ist ein wichtiger Standort für die japanische Halbleiterindustrie und beherbergt zahlreiche Unternehmen der Halbleiterlieferkette, darunter Waferfabriken, Ausrüstungsfirmen sowie Hersteller von Materialien und Komponenten. Laut japanischen Medienberichten und Unternehmensmitteilungen sind bereits mehrere Halbleiterhersteller betroffen.
TSMC gab am 28. Juli bekannt, dass die Erdbebenstärke in seiner Fabrik in Kumamoto über Stufe 5 lag. Zum Zeitpunkt des Bebens evakuierte TSMC die Mitarbeiter gemäß den Notfallprotokollen ins Freie. Alle evakuierten Mitarbeiter wurden als sicher bestätigt. Bis 22:00 Uhr am 28. Juli waren die Gebäudesicherheitsprüfungen abgeschlossen, die Mitarbeiter kehrten nach und nach in die Fabrik zurück, und die Produktion wurde schrittweise wieder aufgenommen. Die Überprüfung und Untersuchung der Auswirkungen des Erdbebens läuft noch. Obwohl die im Bau befindliche zweite Fabrik nicht vom Erdbeben betroffen war, wurden einige Bauarbeiten vorübergehend eingestellt, um den Risiken möglicher Nachbeben zu begegnen.
Der japanische Halbleiterausrüstungshersteller Tokyo Electron Kyushu hat am 29. Juli den Betrieb seiner beiden Werke in der Präfektur Kumamoto – das Kōshi-Werk und das Ōtsu-Werk – vorübergehend eingestellt, um Sicherheitsinspektionen nach dem Erdbeben durchzuführen. Bislang wurden in keinem der beiden Werke größere Schäden an Gebäuden oder Anlagen festgestellt. Der Betrieb wird aus Sicherheitsgründen vorerst eingestellt.
Nach dem Erdbeben haben die beiden Werke von Renesas Electronics in Kumamoto – das Kawajiri-Werk und das Nishiki-machi-Werk – die Produktion eingestellt. Renesas bestätigte, dass Schäden wie herabgefallene Deckenplatten und Wasserlecks festgestellt wurden. Derzeit wird die für die Wiederaufnahme der Produktion erforderliche Kalibrierungsdauer bewertet.
Laut japanischen Medienberichten hat die Sony Group bestätigt, dass alle Mitarbeiter des ersten und zweiten Werks ins Freie evakuiert wurden, die Produktionslinien stillstehen und der Schadensstatus überprüft wird. Fujifilm hat in der Präfektur Kumamoto Produktionsstandorte für Display- und Halbleitermaterialien; alle Mitarbeiter wurden evakuiert. Mitsubishi Electric untersucht in seinen Produktionsstandorten für Leistungshalbleiter in der Stadt Kōshi und der Stadt Kikuchi bis 21:00 Uhr am 28. Juli noch die Schäden in beiden Werken und bewertet, ob der Betrieb ab dem 29. Juli wieder aufgenommen werden kann.